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Weg Vom Netz

Weg Vom Netz - Erst kürzlich stieß ich auf einen interessanten Artikel über ein bayrisches Dorf, im Süden Deutschlands, das sicherlich einem ganz anderen Rhythmus folgt als der Rest des Landes. Schon vor 25- 30 Jahren entschieden die Bewohner Rettenbachs im Allgäu, auf alternative Ressourcen umzusteigen und montierten in Folge Solarplatten auf ihre Dächer. Heute versorgt sich der Ort problemlos selbst und speist ferner einen beeindruckenden Überschuss an generierter Eigenenergie zurück ins Netz. Die Mehrheit aller dort befindlichen Fahrzeuge ist hybrider Natur, läuft also sauber, und wer immer noch den alten Autos den Vorzug gibt, der betreibt diese hauptsächlich mit Rapsöl. Der Großteil des dort angebauten Gemüses deckt den Eigenbedarf ausreichend ab, und man kommt beinahe völlig ohne Lebensmittelimporte aus. Darüber hinaus führte die 500- Mitglieder Gemeinde ihre eigene Währung ein und fährt damit schon seit längerem erstaunlich gut, weil das gesamte Kapital ausschließlich im Dorf bleibt. Welch großartiges Konzept, das noch dazu so gut funktioniert! Nach Jahrzehnten der Globalisierung, einem betäubenden und stumpfen Prozess der Vereinheitlichung, ist es nun endlich an der Zeit, dieses Streben allmählich umzukehren. Es steht einfach zu viel auf dem Spiel dieser Tage, so ökonomisch abhängig und eingebettet, wie wir derzeit leben. Mein Mann und ich sprechen ab und an mit einem Freund, der für den führenden Stromlieferanten in Upstate NY arbeitet, und der sehr wohl fundierte faktische Kenntnis besitzt, nachdem er quasi direkt an der Quelle sitzt. Er, der den ganzen Tag nichts anderes tut als die Stromnetze untereinander belastungsmäßig auszugleichen, behauptet also, dass es nur eine Frage der Zeit wäre, wann - nicht wenn - es zu einer gigantischen Überladung und in Folge zu einem beispiellosen Megaausfall kommen wird, der uns alle für längere Zeit in eine große Dunkelheit stürzen wird. Dies stellt bloß eine Form der Bedrohung dar, durch die unausweichlich unglaublich großer Schaden angerichtet werden wird hinsichtlich der uns zur Verfügung stehenden und großteils immer noch herkömmlichen Energiequellen. Von essentiellen Lebensadern abgeschnitten zu sein, wird eine ganze Reihe von Nationen in einen Zustand der Anarchie epischen Ausmaßes treiben mit Null verbleibenden Strukturen. Um eben ein apokalyptisches Szenario wie dieses zu vermeiden, wären wir doch gut beraten, Modellen wie jenem in Süddeutschland ernsthaft unsere ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. Durch eine autonome, sprich abgekapselte Lebensweise fern ab des Netzes würden es die einzelnen Gemeinden schaffen, diesen Teufelskreis letztendlich erfolgreich zu durchbrechen. Go Green lautet nun schon seit Jahrzehnten das europäische Mantra, und immer mehr Länder weltweit folgen diesem Trend, herkömmliche durch alternative Energiequellen zu ersetzen. Gott sei Dank steuert nun auch die USA langsam den richtigen Kurs an, indem bewusst der selbe Weg gewählt wird. - Heute Morgen erst diskutierten wir erneut das Problem der Übersteuerung hier und sonst wo, und dann wartete mein Mann plötzlich mit einer überaus guten Idee auf. Mal angenommen, die Landschaftsgestalter einer Stadt oder eines Dorfs erklärten sich bereit, einmal im Monat zusammen und unentgeltlich die öffentlichen Grünflachen, Gärten und Parkanlagen zu trimmen, so müssten nicht irgendwelche Leute dafür bezahlt werden, die ohnehin oftmals wenig bis gar keine Einsatzbereitschaft mitbringen und somit bloß halbherzig ihre Arbeit verrichten. Auf diese Art wären die Steuern mit Sicherheit beachtlich absenkbar. Klar, steht das angeführte Beispiel repräsentativ für alle anderen Berufsgilden, aber ich denke, das Konzept hinter solch einem Unterfangen sollte klar sein. Zweifelsohne bleibt ein nicht unwesentliches Steuerproblem solange ungelöst, wie es eben nicht ernsthaft angegangen wird. Damit sei die erschwerende Bürde der Schul- Steuerabgaben hierzulande angesprochen. Das Gros der hiesigen Schulgebäude wie Einrichtungen sollte doch mittlerweile abbezahlt sein und demnach nicht mehr steuerlich erfasst werden. Ich bin mir durchaus bewusst, dass ein großer Steuerbrocken auf die Ein- und Anstellung aller amerikanischen Lehrer, wie auch auf derzeit laufende Programme entfällt. Dennoch würde eine 50 % ige Reduktion der generell lachhaft astronomisch veranschlagten Budgets die nötige Balance bringen zwischen der Aufrechterhaltung eines bestimmten, wenn auch stark entschlackten, Unterrichtsstandards und einer leicht nachzukommenden, weil ausgeglichenen Steuerpflicht für alle US- Eigenheimbesitzer. Wir bedürfen keineswegs irgendwelcher überteuerter Sportveranstaltungen, die in recht selbsterklärender Weise Unsummen verschlingen, angefangen beim Erwerb der benötigten Equipments, Dressen und anderer Sportartikel, der Erhaltung aller entsprechenden Austragungsstätten und darüber hinaus auch noch der TV- Übertragungen diverser Spiele. Wenn wir uns stattdessen mehr auf das eigentliche Grundprinzip des Schulens an sich, dem in erster Linie explorativen und praktischen Unterricht konzentrierten, so wären unsere Steuerlasten leichter zu bewältigen und damit unsere Lebensqualität alles in allem eine viel bessere. Zurück zu jenem faszinierenden Beispiel an Autarkie im Allgäu. Ich plädiere definitiv für ein Weg von der Globalisierung und für ein Hin zur Individualisierung, da dies letztlich der einzig Erfolg versprechende Wegweiser in eine florierende Zukunft zu sein scheint.    

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