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Düstere Realitätsprüfung

Düstere Realitätsprüfung - Ein herzliches Hallo an alle! - Erst vor einigen Tagen erfuhren wir, dass der durchschnittliche US- Sozialhilfeempfänger ein sattes Jahreseinkommen von $38.000 Dollar verbucht. Das schließt sämtliche staatlichen Zuschüsse wie Essensmarken, freies Wohnen und medizinische Rundum- Versorgung mit ein. 38.000 Dollar! Hierbei muss es sich wohl um einen schlechten Scherz handeln! Das entspricht in etwa meinem früheren Gehalt als Lehrer in meinem Heimatland. Ach, du liebes Bisschen, kann ich dazu nur sagen! Fast täglich fahren wir am hiesigen Sozialamt vorbei, doch habe ich in meinen sieben Jahren hier nicht ein einziges Mal keinen regen Menschenzulauf dort feststellen können. Zu hunderten, wenn nicht gar zu tausenden strömen bevorzugt Schwarze und Weiße in dieses Gebäude, gerade so, als ob sie dort ein Gratis- Buffet der Art "Iss Dich Satt" erwarten würde. Im Grunde handelt es sich dabei um die wohl aufwändigste und großzügigste Vergabe- Aktion, die momentan erhältlich ist. So werden demnach all diese jungen Mütter, die ihre Kinderwägen durch die Türe schieben, gefolgt von einem erlesenen Aufgebot an Männern, vom Obdachlosen bis hin zum Möchtegern- Rapper, tatsächlich als so bedürftig erachtet und ferner unfähig, eine Beschäftigung zu finden und auch zu halten, dass sie nicht bloß vorübergehend für die Sozialhilfe in Frage kommen, sondern sich darüber hinaus gleich monatelang dafür qualifizieren. Kommt mir doch bloß nicht damit! Klar zeigen viele der Sozialhilfejäger generell wenig Arbeitsbereitschaft, aber sie sind mit Sicherheit nicht zu träge, von ihrem Hirn Gebrauch zu machen, wenn es darum geht, den vollen Nutzen aus dem System zu ziehen. Ich habe schon wirklich die Nase voll von den 85%, die auf diesem Weg ihren persönlichen Vorteil herauszuschlagen versuchen. 38 Tausend US Dollar pro Jahr lassen sich monatlich auf etwa $ 3.100 umlegen. Ehrlich gesagt, finde ich das zum Kotzen! Zeigt mir einen, bloß EINEN hart arbeitenden Menschen hier, egal ob Mann oder Frau, der auf einer Stundenbasis von lächerlichen $8.25 arbeitet, und rechnet mir doch mal vor, wie viel er oder sie in vier Wochen verdient. Falls er oder sie überhaupt das Glück hat, in einer der unzähligen hektischen und zooähnlichen Verkaufs- wie Imbiss- Stätten, vollzeitig beschäftigt zu werden, dann macht das gerade einmal dürftige $1320 aus. Basta! Nein, ich muss mich an dieser Stelle korrigieren. Die täglichen Überlebenskämpfe haben ja noch gar nicht begonnen. Die monatlichen Apanagen liegen hierzulande zwischen $500 (im Süden) und $800 (im Nordosten und im Westen) für eine Wohnung mit nur einem Schlafzimmer. Betriebskosten, Essens- wie Transportspesen schlagen sich im Schnitt mit weiteren $600- $800 pro Monat zu Buche. Nennen wir doch der Einfachheit halber unsere Minimalverdiener Jim und Judy. Jimmy nimmt folglich gerade mal $1320 ein, aber um so einigermaßen über die Runden zu kommen, benötigt er $650 fürs Wohnen und $700 für Essen, Strom, Telefon, Fernsehen, Autoversicherung, etc. Ihm bleibt letztlich gar nichts. Im Gegenteil, er verschuldet sich sogar um $30. Judy, die in etwa genauso viel verdient, muss ebenso fast ihren gesamten Gehalt aufwenden, um gerade einmal das Grundsätzliche abdecken zu können. Nichts weiter. Zweifelsohne wäre es um die beiden, sofern ein Paar, etwas besser bestellt, würden sie zusammenziehen, obgleich immer noch kein Grund dafür gegeben wäre, in ein lautes Hurra auszubrechen. Keine Frage, man würde sich den Großteil der Lebenskosten wie Strom, Gas, Telefon, TV, Internet, etc. teilen, aber die spärlichen Ersparnisse würden sich rascher als ein Augenaufschlag in Luft auflösen, sobald medizinische Betreuung vonnöten wäre, wie etwa im Fall einer Entbindung, einer Gesundheitsüberprüfung, einer Behandlung nach einem Unfall oder gar einer Krebserkrankung. Es ist ja kein Geheimnis, dass in diesem Land immer weniger Jobs automatisch medizinische Grundversorgung anbieten. Ich fürchte, letzten Endes werden es Jimmy und Judy, egal ob alleine oder als Pärchen, nicht schaffen. In der Zwischenzeit aber können sich die Aasgeier unter den Sozialhilfe- Empfängern eines stress- und störungsfreien Lebens erfreuen, welches budgetär gesehen mindestens doppelt so gut geregelt ist als jenes unserer zwei hart arbeitenden Bürger. Also, mal ganz unter uns gefragt, wer hat denn da überhaupt noch Bock darauf, den geraden Weg zu bestreiten und irgendeiner Karriere hinter herzujagen, die von Grund auf schlechter entlohnt wird als die vielen leckeren Sozialhilfebonbons, die ohne irgendeine Gegenleistung großzügig verteilt werden? Ehrlich gesagt, kann ich es keinem verübeln, wenn ihn oder sie das alles langsam aber sicher anstinkt. Warum auch? Jimmy und Judy fahren recht wahrscheinlich in alten und schrottreifen Blechbüchsen herum, während Jordan und Shakoya dreister Weise im neuen Mercedes oder Chrysler vorfahren, um einige lästige Antragsformulare auszufüllen, die das Kontinuum der sozialen Dienstleistungen für weitere sechs Monate sicherstellen. Kneift mich doch, denn ich muss wohl träumen!

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