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Würgen Gefällig? - Letzte Woche wurde mir eine weitere unglaubliche Geschichte zugetragen, die ich euch keinesfalls vorenthalten will, da euch als devote und loyale Steuerzahler das Recht zusteht, Kenntnis über den Verbleib eures Geldes zu erhalten. Nun gut, jene Geschichte trug sich  also folgendermaßen zu. Ein Typ, nennen wir ihn doch einfach Tony, hatte eine unschöne drogen- und alkoholbedingte Auseinandersetzung mit seiner ältlichen Freundin Lucy, die in einem angeblichen Strangulierungsversuch gipfelte. Lucy vermochte Tony doch noch in seine Schranken zu weisen und bemühte sogar einen benachbarten Mieter, die Bullen zu rufen. Die trafen wenig später ein und verhafteten Tony unverzüglich. Nach einer akkumulativen Serie von diversen Delikten wurde er zu einem knappen Jahr hinter Gittern verdonnert. Aufgrund einer einstweiligen Verfügung war Tony gut beraten, sich so weit wie nur möglich von Lucy fern zu halten, was er auch tat, selbst nach Absitzen seiner Strafe. Lucy aber zog zurück zu ihm, sobald alles gesagt und getan war. Eines Tages verfiel Lucy grundlos eine ihrer Launen und drohte Tony damit, den Notruf 9-1-1 zu wählen, und ihn durch eine unwahre Geschichte wieder ins Gefängnis zu befördern. Tony aber verschwendete keine Zeit, sondern griff selbst zum Telefon. Nachdem er der Polizei den Sachverhalt erklärt hatte, waren zwei Ordnungshüter zur Stelle und forderten Lucy auf, ihre Habseligkeiten zusammenzupacken und auf der Stelle zu verschwinden. Um dieses lange und sich ständig wiederkehrende Dilemma etwas abzukürzen, Lucy, die ja wie Tony ein eben so wenig funktionales und produktives Mitglied der Gesellschaft ist, zog also gerade wieder einmal aus der gemeinsamen Wohnung aus, ging stracks zum YWCA, einer Unterkunft für Junge Christliche Frauen (!), und bat dort um Asyl. Nun ratet doch mal, wie es wohl daraufhin weiterging. Lucy wurde nicht bloß eine Schlafstelle angeboten, nein, sie wurde obendrein in ein Programm gesteckt, welches Frauen vor häuslicher Gewalt schützt. Lucys Fall liegt bereits drei Jahre zurück, aber offensichtlich nahm man sich ihrer Person erst an, als sie vor wenigen Wochen im Y auftauchte und behauptete, auf die Straße gesetzt worden zu sein. Nein, wartet, das war noch nicht alles. Nachdem also Lucy 2010 Opfer von Gewalt im eigenen Heim wurde, steckte man sie jetzt in eine Wohnung, für die sie nur sehr marginal die Kosten trägt. Dabei handelt es sich um Wohnen auf geringfügiger Einkommensbasis, wie mir gesagt wurde. Basierend auf der staatlichen Unterstützung, die sie durch die Sozialhilfe erhält, bezahlt sie gerade einmal monatlich $64. Ist das nicht toll?
So wohnt also die faule Lucy in einem Zweizimmer- Apartment (mit einem anderen Gewaltopfer teilbar), welches voll möbliert und mit alltäglichen Annehmlichkeiten wie Internet, Plasma- TV, Radio, Kühlschrank, Herd, etc. ausgestattet ist. Im Grunde kam Lucy in den Genuss eines Alles- Inklusive- Pakets. Klar gibt es da einige rigide Richtlinien wie 0.0 Toleranz gegenüber Drogen, Alkohol und Unterstand für Penner oder andere Versager- Freunde. Nichtsdestotrotz klingt das für mich fast wie Club Med. Nun, werte Leser, sagt mir, was haltet ihr von dieser kleinen Geschichte? Versteht mich bitte nicht falsch. Ich will keinesfalls die gute Absicht hinter Programmen wie diesem Schutzprogramm angreifen, kritisiere jedoch offen den Umstand, dass unnötige Schlupflöcher den Boden für eine Menge Betrug aufbereiten, das aber weiterhin niemanden zu stören scheint. Wenn diese Geschichte den Dschungel an arbeitsunwilligem und auf Sozialhilfe abzielendem Abschaum erreicht, dann werden unzählige Betrüger wie Lucy aus dem Nichts auftauchen und die Herausforderung der Gewalt in den eigenen vier Wänden annehmen, da ein Programm, das ausschließlich für hilfsbedürftige Opfer geschaffen wurde, scheinbar sehr leichtfertig fast freie Unterkünfte vergibt, ohne die Situation in ihrer Gesamtheit zu evaluieren. Was Lucy angeht, so hat man es offenbar bislang nicht für wert befunden, in ihren Akt einzusehen und somit auszuheben, dass sie seit Jahren immer wieder eine Beziehung zu Tony unterhält. Der Mann, der sie beschuldigter Weise gewürgt hat, wird wieder bei ihr einziehen, sobald er aus seiner jetzigen Unterkunft hinausgeworfen wird. Ironischerweise erfährt die blinde Justicia mit einem Mal eine völlig neue Bedeutung.

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