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Suizid ist keine Option  Heute morgen vernahm ich die folgende Schlagzeile: "Schüler unterzeichneten Petition, um selbstgetöteten Schulkameraden eine Seite im Jahrbuch widmen zu können". Ich war berührt davon und verfolgte den Bericht aufmerksam, aber was ich da alles zu hören bekam, drehte mir den Magen um. Der Grund der Petition war der, dass man die Schule dahingehend umstimmen wollte, dem Jungen nach dessen Selbstmord, mittels einer zusätzlich veröffentlichten Seite in ihrem Jahrbuch, die nötige Ehre zuteil werden zu lassen. Das ist auch schon alles, aber leider hat sich nichts geändert, denn die Schule weigert sich weiterhin, diesem Schüler zu gedenken, was schlichtweg empörend ist. Warum bloß wird jemand, der sich selbst richtet, als Aussenseiter stigmatisiert? Nochmals rasch zurück zu jener intoleranten Schule. Einmal abgesehen davon, wie tragisch sich die gesamte Causa darstellt, welchen Unterschied macht es schon, wie jemand zu Tode kommt? - Tot ist schließlich tot! Wäre dieser Bursche bei einem Autounfall oder durch ein Verbrechen ums Leben gekommen, würde die Schule seinen Tod würdigen?
Würde die Schule der Klasse immer noch den Wunsch abschlagen, den Freund mittels einer Extraseite zu ehren? Recht wahrscheinlich nicht. Nachdem er sich aber selbst tötete aus Gründen, die wahrscheinlich vonseitens der Schule gar nicht erst erforscht wurden, stellt sich diese Option augenscheinlich nicht mehr. Schande dem Schulleiter und seinem Lehrerteam! Ich bin kein Psychiater, aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass die Schule neben anderen problematischen Umständen zum Auslöser jener Entscheidung wurde, letztlich doch noch Hand an sich zu legen. Das Leben eines Teenagers kann alles andere sein als sorgenfrei, freudig und leicht. Ganz im Gegenteil, befinden sich Jugendliche oftmals in einem unglaublichen Kampf grundsätzlich mit jedermann und allem in ihrem Umfeld, wobei sich der Bogen vom Elternhaus über die Schule, Freunde, Beziehungen, bis hin zu ihren persönlichen Unsicherheiten spannt. Recht offenkundig wurde dem suiziden Schüler nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt hinsichtlich seiner stillen Hilfeschreie, und nun besitzen die, die nach den Eltern gleich an nächster Stelle hätten helfen sollen, die Dreistheit, sich auch jetzt noch taub zu stellen angesichts der einfachen und unschuldigen Aufforderung, eine verdammte Seite über sein Leben in ihrem Jahrbuch zu veröffentlichen.
Ganz toll, wohin wir uns als Gesellschaft bewegen! Soll heißen, die Toilette hinunter.
Nochmals, Schande über uns alle, die wir einzelnen erlauben, sich einfach ruhig zu verhalten. Wahrhaftig angewidert, hoffe ich, dass dieser Nachrichtenbeitrag für jedermann zum Weckruf wird. Jene, die nicht in den Schuhen dieses jungen Mannes steckten, haben nicht das Recht, seine Handlungen zu verurteilen, weil sie einfach kenntnislos darüber sind, wie sich selbstmörderisch anfühlt. Ich kenne dieses Gefühl aus erster Hand, weil ich selbst in Schuhen wie seinen marschierte. In meinem Fall spielte die Schule eine zentrale Rolle in meinem täglichen Kampf als Teenager. Später als ich selbst unterrichtete, vergewisserte ich mich, meine Kanäle zwischen meinen Schülern und mir ständig offen zu halten. Auf jeden leisesten Verdacht hin, sprang ich auf und fing jene auf, die in Gefahr waren, ihr Leben wegzuwerfen. Zum Glück konnte ich damals ein paar Kids retten, aber dann verlor ich eine liebe Schülerin, die Jahre zuvor maturiert hatte. Das nahm mich sehr mit, weil ich in meinem Englischunterricht in jeder Klasse 50 Minuten lang über Selbstmord und seine schrecklichen Folgen, karmisch wie auch anderwertig, sprach, wann immer diese spezielle Lektion anstand. Ich konnte diese eine Schülerin leider nicht davon abhalten, ihr Leben selbst auszulöschen, ebenso wenig wie irgendjemand jemals alle Suizide verhindern können wird. Das Mindeste aber, was wir tun können, ist all jene zu ehren, die wir kannten und liebten, egal wie sie starben - durch die eigene Hand, per Unfall oder auf natürliche Art und Weise. Wir alle sollten zu dem Verständnis gelangen, dass Suizid keinesfalls negativ oder schlecht ist sondern einfach eine unglückseelige und herzbrechende Wahl, sein Leben abrupt hinter sich zu bringen. - Ich war überglücklich, als ich erfuhr, dass die Kirche für meine ehemalige Schülerin ein schönes Begräbnis veranstaltet hatte, und hunderte Menschen angereist waren, um ihr die letzte Ehre zu erweisen. Also, wenn die katholische Kirche soetwas zu Wege bringt, dann sollte diese Schule wohl ebenso in der Lage sein, ihren Standpunkt zu überdenken, glaubt ihr nicht?

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