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KARMA - Schuld Und Sühne?

KARMA - Schuld Und Sühne? - Karma wird häufig zu Unrecht und generell völlig irrational mit drakonischer Bestrafung, gemäß dem sehr vereinfachten, jedoch unfehlbar ins Schwarze treffende, biblischen Ausspruch, "Auge um Auge und Zahn um Zahn" gleichgesetzt. Obgleich dieser alten Weisheit ein großes Maß an Wahrheit zugrunde liegt und uns beinahe in Form einer unumstößlichen Warnung selbsterfüllender Natur auflauert, lässt sich Karma nun einmal nicht auf bloß faktische Vermenschlichung reduzieren. Karma operiert auf Basis von Ursache und Wirkung und hält sich streng an das Gesetz der Anziehung, wie auch in letzter Instanz an jenes des Ausgleichs. Relativ emotionslos lässt sich Karma folgendermaßen interpretieren: " Du erntest, was du säst" oder auch "Du bekommst, was du heraufbeschwörst". Wir würden tatsächlich einen großen Nutzen aus unserem individuellen Karma ziehen, verstünden wir bloß die psychische im Gegensatz zur, in der Regel so unerschütterlich gehätschelten, egoistischen Dimension. Wir mögen uns weiterhin als der unverrückbare Mittelpunkt des gesamten Universums verstehen, doch ohne unsere Seele sind wir im Grunde null und nichtig. Ich vermute einmal, dass uns diese (Un-) Kenntnis, angesichts dessen, was sich wohl hinter dem Vorhang so alles abspielen mag, deshalb begrifflich so sehr zu schaffen macht, weil es uns in punkto Seelenreise schlicht und einfach an jeglichem Bewusstsein mangelt. Wollten wir der gesamten Materie ernsthaft auf den Grund gehen, so würde uns der individuelle Gang mit Sicherheit irgendwann gezeigt werden, vorausgesetzt natürlich, wir glaubten an ein Mehr dessen, wovon wir generell, in so typisch altkluger und besserwisserischer Manier ausgehen. Mein ganzes Leben hindurch war ich diesbezüglich zu einem überwiegenden Teil von Skeptikern umgeben, was meine Überzeugung über die Jahre hindurch trotz allem weiterhin stärkte. So habe ich nicht nur viel darüber gelesen, sondern ferner das Glück gehabt, so einiges selbst zu erleben. Dies führte aber nicht ausschließlich zum unverrückbaren Glauben sondern vielmehr zum blinden Vertrauen in die Echtheit der gesamten Causa. - Noch einmal, die Seele allein wählt ihren persönlichen Weg, ihre Existenzen wie auch ihre eigene Methode, mit Konsequenzen umzugehen. Wie ich bereits letzte Woche angesprochen habe, erliegt die Seele niemals dem Eindruck, verlassen oder gar ausgestoßen zu sein. Himmlische Unterstützung ist stets vorhanden, und dennoch liegt es einzig und allein im Ermessen der Seele, eine bestimmte Auswahl vorzunehmen, zu einer eigenen Entscheidung zu gelangen und ihren freien Willen walten zu lassen. Jegliche Einmischung von außen könnte unseren Blick ohne Weiteres vernebeln und uns folglich völlig aus der Bahn werfen. All jene himmlischen Berater sind ihren persönlichen Weg bereits vor geraumer Zeit selbst zu Ende gegangen und erweisen sich nun großzügig und geduldig genug, um uns mittels kostbarer Ratschläge ihre Hilfe anzubieten. Ja doch, wir sollten diesen, wie auch ihren Vorschlägen auf jeden Fall unser Gehör schenken, aber lernen werden wir erst dann, sobald wir unseren Weg selbst bestreiten, denn schließlich kommen wir nur durch unsere selbst erlebten Erfahrungen voran. - Nun gut, so sucht sich die Seele jenes Leben aus, welches nach ihrem Gutdünken all jenen Herausforderungen begegnet, die derzeit von ihr angesteuert werden. Egal, ob dies nun in der Folge einer vortrefflichen oder aber auch weniger idealen Entscheidung gleichkommt, die Seele allein trägt stets die volle Verantwortung für den damit verbundenen Ausgang. Im Laufe von hunderten, wenn nicht sogar tausenden Jahren, haben wir wahrscheinlich schon unzählige Leben gelebt, wovon so manche Existenzen durchaus erwähnenswert, andere hingegen ziemlich neutral gefärbt waren, und wiederum ein Teil gespeichert wurde, den wir am liebsten aus unseren karmischen Archiven löschen würden, wenn wir nur könnten. Die theoretische Kenntnis bezüglich problematischer Leben in der Vergangenheit ist zweifelsohne wesentlich leichter zu verdauen wie auch zu unterdrücken, als diese hautnah nochmals zu "erleben". Auch auf die Gefahr hin, dass sich das nun so richtig klischeehaft- dramatisch anlässt, besteht eine durchaus reelle Chance darauf, durch die Äonen hindurch, eine wundersame Wandlung vom absoluten Monster bis hin zum beinahe heiligen Wesen durchlaufen zu haben. Nach jeder abgeschlossenen Lebenszeit, wobei die dafür aktuell bemessene Dauer unwesentlich ist, blickt die Seele auf die Gesamtheit aller von ihr gesetzten Aktionen wie auch deren Reaktionen zurück, bevor sie darangeht, sich selbst am schärfsten von allen zu beurteilen. Hier ein kurzes Beispiel dafür, welche Rolle Karma in all dem spielt. Nehmen wir doch einfach an, eine Seele erkannte während ihrer Lebensrückschau im Mittelalter, dass sie, bedingt durch ihre unwiderrufliche Starrheit als Arzt, am Tod einiger Patienten die absolute Schuld zu tragen hätte. In aufrichtig tief empfundener Reue hinsichtlich der so sinnloser Weise verlorenen Leben, entschied sich die Seele in weiterer Folge dazu, diesen Fehler unbedingt wieder gutmachen zu wollen und bot freimütig an, die selbe Anzahl zukünftiger Existenzen unter sehr ähnlichen Bedingungen und Umständen zu opfern. Das ist, was Karma ausmacht. Göttliche Intervention ist dazu eben sowenig automatisch notwendig, wie irgendeine andere Form der Bestrafung, da sich die Seele ohnehin immer aus freien Stücken dazu anbietet, ihre begangenen Fehler zu korrigieren. Das und nichts anderes prägt somit das persönliche Karma einer Seele. Was wir einzahlen, beziehungsweise in unser karmisches Konto deponieren, schlägt sich letztlich positiv auf unserer Haben- Seite zu Buche. Je mehr bewusst positive und ehrlich gemeinte Handlungen wir ausschicken, desto vorteilhafter gestaltet sich unser Kontostand. Ähnlich verhält es sich natürlich auch im umgekehrten Fall. Je mehr absichtlich negative Taten wir begehen, desto mehr schulden wir letzten Endes auf der Soll- Seite. Nicht bloß jede Aktion zählt, sondern jedes einzelne Wort, jeder Gedanke, jeder Wunsch, etc. Sobald wir in jenes alltägliche Bewusstsein rücken, vermögen wir endlich, unser eigenes Karma positiv zu beeinflussen. Wir müssen dies nur wollen.

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